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Leseprobe · Aus einem bislang unveröffentlichten Themenangebot

Mama, Papa – oder Chatbot?

Warum KI in Familien zur neuen Vertrauensfrage wird

Eine Familie steht zwischen Symbolen für künstliche Intelligenz, Erziehungsrat, Werte und Vertrauen.

Der doppelte Blick auf die Technik

Eltern räumen der KI im eigenen Alltag erheblichen Einfluss ein, betrachten dieselbe Entwicklung bei ihren Kindern jedoch mit Sorge. Knapp drei Viertel befürchten, dass der Nachwuchs einem Chatbot eher glaubt und ihn schneller um Hilfe bittet als die eigenen Eltern.

Die Sorge ist nachvollziehbar. Ein Chatbot ist ständig erreichbar, reagiert ohne sichtbare Irritation und verlangt keine Rücksichtnahme. Ein Gespräch mit Mutter, Vater oder Freunden ist unberechenbarer. Es kann Widerspruch, Missverständnisse und unangenehme Nachfragen geben. Doch gerade in solchen Erfahrungen werden Rücksicht, Frustrationstoleranz und Konfliktfähigkeit eingeübt.

Die Familienpsychologin Nina Grimm bringt die Rollenverteilung auf einen knappen Satz: „Wir treten nicht in Konkurrenz zur KI.“ Entscheidend sei vielmehr, ob Kinder ihre Eltern als verlässliche Ansprechpersonen erleben, bei denen sie fragen dürfen, gehört und nicht sofort bewertet werden. Eine Maschine kann Begriffe wie Empathie erklären. Wie sich Empathie anfühlt und wie ein Konflikt ausgehalten und gelöst wird, erfahren Kinder im Kontakt mit Menschen.

[Die weiteren Kapitel des Beitrags sind in dieser Leseprobe nicht enthalten.]